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Zwei neue Gruppenführer*in am Standort Wusterhausen

 

Vom 17.1. bis 28.1. durften wir zu zweit nach Eisenhüttenstadt an die Landesschule und technische

Einrichtung für Brand- und Katastrophenschutz Brandenburg (LSTE) reisen um dort an der Ausbildung

zum Gruppenführer teilzunehmen. Abfahrt am Gerätehaus: 5:45 Uhr.

Wir und die 21 anderen Teilnehmer des Lehrgangs waren in den LSTE eigenen Unterkünften auf dem Gelände untergebracht. Zweckmäßig eingerichtete Doppelzimmer, die aber aktuell aufgrund von Corona nur einzeln belegt werden. Auch für drei Mahlzeiten am Tag wurde gesorgt, die in der Kantine zu festgelegten Essenszeiten und festen Gruppen eingenommen wurden. Nach der Begrüßung aller Teilnehmer bekamen wir unsere Stundenpläne und es ging in den ersten Unterrichtsblock. Verschiedenen Dozenten vermittelten ihren sehr umfangreichen Lehrstoff sehr gut und praxisnah, sodass der Unterricht nie trocken war. Allerdings war der Umfang an Lernunterlagen

teilweise erschreckend hoch. Zwischenzeitlich waren die Zweifel bei allen sehr hoch, wie man diesen Berg an Unterlagen in zwei Wochen bis zur Prüfung verinnerlichen sollte.

Aber auch die Praxis kam in der Ausbildung nicht zu kurz. Wir 23 Teilnehmer wurden für die Praxisausbildung in drei Gruppen aufgeteilt.

Nun konnten wir in (fast) Gruppenstärke die fiktiven Einsätze absolvieren. Jede Gruppe bekam ein HLF 20 zugeteilt, mit dem sie während der zwei Ausbildungswochen auf dem Gelände der LSTE unterwegs sein sollte. Die Position des Gruppenführers wechselte bei jedem Einsatz. Alle anderen Plätze im Fahrzeug konnten frei gewählt werden. Zuerst wurden Brandeinsätze geübt. Oberstes Ziel ist immer die Menschenrettung. Von Keller- über Schornstein- über Küchenbrand im zweite OG oder Gartenlaubenbrand war alles dabei. In der Übung müsste der Gruppenführer die Lage erkunden, mit der Leitstelle funken, Mannschaft und Gerät einteilen, Befehle geben und die Lage steht's neu beurteilen. Der Ausbilder übernahm dabei die Aufgabe der Leitstelle und des Ansprechpartners vor Ort. Einige Ausbilder schafften es mit viel Witz und Humor regelmäßig die Teilnehmer aus dem Konzept zubringen, den Spaß sollte bei allem Ernst auch nicht zu kurz kommen. Die Schwierigkeit während dieser Übungen war nicht nur,

das Gelernte vorschriftsmäßig anzuwenden, sondern auch sich das Szenario vorstellen zu können. Die Ausbilder begannen die Übungen immer mit den Worten: „Stellen Sie sich vor…“ und dann folgte eine umfangreiche Beschreibung von der aktuellen Situation. Manchmal war es schwieriger, sich alle Details zu merken, als den Einsatz taktisch gut durchzuplanen. Abends wurden sich noch in der Kantine zusammengesetzt und der Unterricht und die Einsätze nachbesprochen. Was könnte wichtig für die Prüfung sein, was hätte in der Einsatzübung besser laufen können und natürlich gab es auch viele Geschichten aus dem Einsatzleben der Kameraden zu hören.

Am Ende der ersten Woche war sowohl die Hoffnung als auch die Stimmung bei allen im Keller. Wie sollte man all diesen theoretischen Stoff bis zur Prüfung lernen? Aber es wurde sich gegenseitig Mut gemacht und wir sagten uns alle immer wieder, das werden wir schon schaffen. 

Und so starteten wir motiviert, aber auch mit ein wenig A… auf Grundeis in die zweite Woche. In den Theoriestunden ging es mit viel Stoff weiter und in der Praxis wurden nun die Einsätze mit technischer Hilfeleistung geübt. Auch hier war das Spektrum umfangreich, von ABC Einsätzen auf Gleisanlagen über Verkehrsunfälle, Schachtrettungen oder eingeklemmten Menschen unter Containern und Straßenbahnen gab es wieder eine Vielzahl von Szenarien. Am Abend vor der schriftlichen Prüfung war die Nervosität auf dem Höhepunkt. Alle wollten es schaffen, wussten aber, dass es schwer werden würde. In der Prüfung erwarteten uns 20 Multiple Choice Fragen aus allen Themengebieten und ein Aufsatz zum Thema „Aufgaben der Träger des örtlichen Brandschutzes nach dem Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes“.

Eine Stunde hatten wir Zeit. Danach hieß es Umziehen und raus zur praktischen Prüfung. Einige Prüfungsszenarien kannten wir in ähnlicher Weise aus dem Unterricht, anderen waren neu. Hier kämpften wir uns gemeinsam als Team durch, bis der Tag zu Ende war. Dann mussten wir, ohne zu wissen, wie wir am ersten Prüfungstag abgeschnitten hatten, auf den zweiten Tag warten. Am Morgen des letzten Lehrgangstages trugen alle ihre beste Uniform, um vor der Prüfungskommission einen guten Eindruck zu machen.

Leider begann der Tag mit schlechten Nachrichten, denn zwei Kameraden wurde gesagt, dass sie den Lehrgang nicht geschafft hatten. Alle anderen mussten nun in kleinen Gruppen zur mündlichen Prüfung antreten. Die Fragen umfassten sämtliche feuerwehrrelevante Themengebiete und brachten alle sehr ins Schwitzen. Aber am Ende des Tages hatten es alle anderen 21 Lehrgangsteilnehmer geschafft. Sie sind nun Gruppenführer und die Freude und die Erleichterung waren bei allen groß.

 

Text: Isabell Jennrich